Dingle Distillery 002

Erlebnis Irland – Reise zum Hören – Dingle Gin

Dingle Gin. Hallo hier ist wieder Fee und Chris mit unserer zweiten Folge unseres Podcasts “Erlebnis Irland”.

Diese Folge auf Google Podcast

Diese Folge auf Spotify

Jeder Irland Fan kennt Dingle. Früher mal ein beschauliches Fischerstädtchen mit bunten Booten. Heute gibt es den Delphin Funghi, leckeres Essen, tolle Landschaften, wilde Klippen, Ringforts, viele Schafe und und noch mehr Touristen. Der Delfin hat sogar ein eigenes Denkmal bekommen.

Die Vorgeschichte – unterwegs mit T.P.

Wir waren das erste Mal auf der Halbinsel, um über die keltische Geschichte der Halbinsel zu schreiben.

Damals lernten wir unseren Guide TP kennen. Er ist ein bekannter Lokalhistoriker, Campingplatz- und Pub- Besitzer.
Und er steht auf deutsche Autos. In dieser Podcastfolge geht es zwar nicht um ihn aber er war einer, der Iren, die unsere Begeisterung für dieses Land geweckt haben.

Als Vorbereitung für diese Reise habe ich mir die Aufnahmen unserer alten Interviews mit ihm noch einmal vorgenommen. Die sind schon ein paar Jahre alt und ursprünglich nicht für einen Podcast gedacht gewesen. Sondern sie waren die Gedächtnisstütze für ein Zeitungsbereichte aber ich denke, wir können daraus auch eine Podcastfolge machen.
Zurück aber zu Dingle Gin. Wie bei allen unseren Folgen gehört dazu auch eine Geschichte:

Fee und ich gehören jetzt nicht gerade zu den Alkoholtrinkern und es ist noch gar nicht so lange her, da wussten wir gar noch nicht, was sich hinter dem Begriff Gin verbirgt aber das sollte sich vor zwei Jahren ändern.

Also unser Freund TP hatte uns ja entsprechend angefixt und für Irland und insbesondere für Dingle sensibilisiert.
Deshalb stach uns bei unserem nächsten Besuch in Bantry im letzten Jahr etwas besonders ins Auge. Zunächst hielten wir es allerdings es für einen Marketinggag:

 

Noch eine Vorgeschichte Ma Murphys Bantry

Im Schaufenster eines Pubs stand eine recht noble Flasche mit der Aufschrift Dingle Gin. Ich glaube es war sogar bei Ma Murphys in Bantry.
Das Ma Murphys zählt zu einen der ursprünglichsten und populärsten Pups in Irland. Seit den Fünfzigern unverändert. Vorne Laden hinten Bar. Wir hatten noch die Gelegenheit, uns mit Bill dem Besitzer zu unterhalten.
Ein echtes irisches Urgestein. Für ihn gehörte jeder seiner Pubbesucher zur Familie. Leider ist er in der Zwischenzeit an Krebs gestorben. Aber es wird in dieser Serie eine eigene Podcastfolge über ihn und seinen Pub geben.

Bis zu diesem Zeitpunkt war uns Dingle im Zusammenhang mit Hochprozentigen oder mit Wachholderschnaps kein Begriff.

Die Dingle Destillery
Die Dingle Destillery. Idyllisch an einem Weiher gelegen.

Wir erfuhren, dass sich hinter dem Namen ein kleines, junges Startup verbirgt, das sich der irischen Tradition der Herstellung irischen Whiskeys verschrieben hat. Mit vielen kreativen und spannenden Ideen, schickt sich das junge Team an, den europäischen Markt zu erobern.

Dieses Startup hat sich ausgerechnet im Randgebiet von Dingle angesiedelt. Direkt an der R559, der Straße, die auch zum Slea Head Drive führt. In einem alten Sägewerk mit einem riesigen Mühlrad.

Ein innovatives Unternehmen als Kontrastprogramm zu Tourismus und Geschichte. Grund genug, der Dingel Distillery unsere zweite Podcastfolge zu widmen. Und nein. Dies ist keine Werbung oder eine Produktplatzierung.
Fee interviewt Distiller Michael Walsh. Mit noch nicht ganz 30 Jahren einen der jüngsten Chefdistiller, den es überhaupt gibt.

 

Dingle Distillery – Interview mit Michael Walsh Chef Distiller

Ich frage mich: Wieso ausgerechnet Gin und Wodka? Ausgerechnet in Irland?

Fee und Chefdistiller Michael Walsh im Interview
Fee und Chefdistiller Michael Walsh im Interview

Michael: Ich heiße Michael Walsh und ich bin der Hauptdestiller hier in der Dingle Whiskey Destillerie. Wir produzieren Artesan Whiskey, Gin Und Vodka, seit etwa 5 Jahren. Ich habe das Glück seit dem Anfang mit dabei zu sein. Ich habe bei der Produktion angefangen, dann hätte ich vor ein paar Jahren das Glück Hauptdestiller zu werden. Ich bin immer noch einer der jüngsten Hauptdestiller der Welt und habe sehr viel Glück gehabt diese Chance hier zu bekommen.

 

Geschichten von irischem Whiskey, Vodka und Gin

Fee: Wie kamt ihr dazu Gin oder Vodka hier im Herzen Kerrys zu produzieren?
Michael: Also, hier sind sehr viel Planung und Gedanken eingeflossen. Ca. 8 Jahre Planung und Kopfzerbrechen, bis wir dann die Destille 2012 gebaut haben. Der Grund diese Destille aufzubauen war, dass der irische Whiskey Markt zu einem der Am schnellsten wachsenden Gebieten auf dem weltweiten Markt gehört. So ungefähr die letzten 15 Jahre sind die Verkäufe von irischen Whiskey 20 Prozent jährlich gestiegen. Bis wir einstiegen, wurde die Produktion von nur drei Destillen dominiert. Ca. 2000 Destillen gab es einmal auf der irischen Insel, aber aus verschiedenen wirtschaftlichen Gründen um die Jahrhundertwende 1900, gab es einen kompletten Zusammenbruch der irischen Whiskeyindustrie. Gründe waren die Unabhängigkeit von Großbritannien, Krieg und die Prohibition in den USA. Das führte dazu, dass die meisten Destillen schlossen, und über 100 Jahre hat keine es wieder versucht aufzumachen, bis wir kamen. Wir haben hier vor ca 5 Jahren angefangen. Wir sind bei weitem die kleinste Destille die Whiskey herstellt hier im Land und wir haben einen etwas anderen ‚Ethos‘ wie die Firmen, die eher Massenproduktion machen. Wir versuchen wirklich zurück zum Kern zu kommen, der Qualität von Whiskey für die Irland einst berühmt war. Mit dieser Idee haben wir ein Team, mit sehr talentierten Destillern , aufgebaut, die fähig sind einen wirklich guten Whiskey zu machen, aber ebenfalls einen guten Wachholderschnaps und Vodka. Wir haben entschieden, dies ebenfalls herzustellen.
Wir haben uns dann, als einzige hier auf der Insel, daran gemacht eine Destille zu gründen, Es gab keine Vodka Destille hier, denn Irland war natürlich nicht für Vodka bekannt. Wir entschieden eine Vodka Destille zu eröffnen und ebenfalls Gin herzustellen. Es ist sehr klein, wenn man sie mit unserer Whiskey Anlage vergleicht, aber wir habe ein eher kleines Herstellungsequipment, denn damals gab es ein riesiges Wachstum im Whiskeysektor hier im Irland aber auch international für irischen Whiskey.
Wir konnten damals noch nicht absehen wie sich der Markt mit Gin entwickeln würde. Aber in den letzten fünf Jahren spielte der Ginmarkt äußerst verrückt. Ich bin glücklich darüber, dass unser Gin einer der beliebteren ist. Der beliebteste in Irland einzig davon gestört, dass wir gar nicht so viel produzieren können und damit der Nachfrage nicht Herr werden. Die letzten drei Jahre sind wir an der Produktionskapazität für Gin und Wodka angelangt. Uns gelingt es nicht den internen Bedarf für Irland zu decken. Wir benutzen sehr spezielles Handwerkszeug, so zum Beispiel unsere Kesselanlage. Wir bekommen sie aus vier Seiten von Schottland, darum gibt es eine lange Wartezeit. Ich freue mich dass eine neue Destilleinheit für Gin und Wodka nun endlich hier ist.
Wir stellen sie nun für den Betrieb ein und machen noch ein paar Arbeiten an den Rohren. Der Grund für die Einheit ist das große internationale Wachstum. Wie schon gesagt, auf unserem Hausmarkt sind wir sehr populär, so populär, dass bei der Produktion kaum etwas für den internationalen Markt übrig bleibt.
Wir haben Wurzeln auf die Märkte in Deutschland und USA geschlagen, in Europa und sogar bis nach Australien und Neuseeland.
Obwohl international eine starke Nachfrage für unsere Produkte ist, haben wir noch nicht genug produziert. Wenn nun die neue Anlage funktioniert, hoffen wir dass wir dann auf den internationalen Markt zurückkehren können.

 

Der Unterschied zwischen Scotch und Irish

Fee: Was ist der Unterschied von schottischem zu irischen Whisky?
M: ich vermute, beziehungsweise es gibt nichts was jemanden stoppen kann, zwar gibt es irische Stereotypen aber, es gibt Unterschiede zu schottischen Destillerien, es gibt hier in Irland eine Tendenz weniger Torf zu benutzen.

Irischer Whisky ist eher dreifach destilliert, während schottischer Whisky eher nur zweimal destilliert wird. Das sind die wohl offensichtlichsten Unterschiede. Das würde aber nicht heißen dass ein irischer Whiskymacher nicht dreifach oder zweifach destillieren kann, und ein schottischer Whiskymacher ebenfalls.

Fee und Michael Walsh. Der Chefdestiller führt uns persönlich durch die Produktion
Fee und Michael Walsh. Der Chefdestiller führt uns persönlich durch die Produktion

Da gibt’s viel darüber zu reden, aber der traditionelle irische Whiskey vor 100 Jahren war eher dickflüssig mit einem vollausgeprägtem Aroma. Aber dieser traditionelle Whiskey ist fast komplett verloren gegangen. Man spricht vom traditionellen irischen Whisky als so genannten ˋPotstill´.
Dies war ein dickflüssiger, süßer und würziger Whisky, bekannt dafür wie viel Geschmack darin enthalten war. Zu Höchstzeiten machte dieser Whisky 90 % der Whiskyverkäufe aus.
Wie vorhin schon gesagt gab es einen Einsturz im Whisky Markt in den 1970er Jahren, so dass der Verkauf auf bis zu 1 % im Weltwhiskeymarkt geschrumpft ist.
Wir haben den Entschluss gefasst, dass wir dieses Problem angehen müssen.
So entwickelte sich irische Whiskey als dreifachdestillierte, weiche süße Whiskeyalternative, gegenüber dem schottischen Pendant. Viele Beschwerden über Scotch, dass er zu heftig sein könnte oder zu intensiv für die Leute ist, fand die Alternative im irischen Whiskey, ein einfach zu trinkender, weicher Whiskey, damit Sie eine Idee von dreifach Destillation bekommen.

Das ist das, was viele Leute in letzter Zeit über irischen Whiskey denken. Aber wir hier in Dingle machen jetzt nicht eine riesige Menge Whiskey. Aber wir möchten diese irische Tradition wieder aufleben lassen. Wir versuchen so viel Geschmack in ein Glas hineinzupacken, wie es nur möglich ist. Wir möchten, dass der Kunde vom Glas und seinem Inhalt eingefangen wird. Es soll so leicht sein, dass Sie gar nicht merken, dass Sie trinken. Wir packen Geschmack hinein, so dass Sie die Süße und Würze haben, wie irischer Whiskey einmal gewesen ist. Mittlerweile gib es doch einige Destillerien, die ebenfalls diese Glaubensüberzeugung haben. Als überzeugter Irischer Whiskeyfan bin ich überzeugt, dass es hoffentlich sehr interessant werden wird auf dem irischen Whiskeymarkt mit den irischen Whiskeys und der neuen Art der Destillerien. Ich bin sehr stolz, dass wir die zweite Destillerie auf der Welt sind, welche Potstil Whiskey produziert.

Und wir sind die erste die seit über 100 Jahren aufgemacht hat. Das ist eine Kategorie von der manche Menschen noch nichts gehört haben. Wir freuen uns dass wir bei dieser Neugeburt des Stils, Whiskey in Dingle betreffend, mitwirken können.
Fee: Wie produzieren Sie Ihren Whisky, was brauchen Sie als Ausgangsprodukt?
Michael: Wir produzieren zwei Arten von Whisky, einen den die Leute kennen, Single Malt Whiskey. Single Malt Whisky besteht aus drei Zutaten: Gerstenmalz, Wasser und Hefe. Auch die ersten Menschen hier auf der Insel fanden heraus, um Alkohol zu produzieren, bedarf es einer Zuckerquelle. Die irischen Mönche lernten in Europa wie man Alkohol produziert. Mit Trauben, einer guten Zuckerquelle. Als sie zurück nach Irland kamen, fanden sie heraus das ist hier keine Trauben gab oder eine andere Zuckerquelle. Da sie aber Iren waren, gaben sie Alkohol nicht so schnell auf. Darum suchten sie Alternativen und diese fanden sie in Gerste.
Ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Wissenschaftliche gehen, Zucker befindet sich nicht in Gerste, aber Stärke. Stärke ist eigentlich eine längere Zuckerkette. Wenn man die Zuckerkette unterbricht, hat man kleine Zuckerteile.

Fee und Michael am Maischbottich. Man sieht, Michael, weiss wovon er spricht.
Fee und Michael am Maischbottich. Man sieht, Michael, weiss wovon er spricht.

Gerste scheint es von Natur aus, bei der Keimung zu machen. Beim ersten Schritt der Bier- oder Whiskeyproduktion kommt es nun darauf an, aus der Gerste Malz zu machen. Dadurch werden Enzyme aktiviert, die von Natur aus in der Gerste vorhanden sind, damit diese ZuckerKetten gespalten werden.
Dieser Prozess nennt sich Mälzen.
Beim Single-malt Whiskey sind 100 Prozent der Gerste gemälzt. Man kann Torf hier verwenden, es wird vereinzelt in Irland gemacht, aber eher traditionell in Schottland.

 

Vom Bier zum Whiskey

Es wird nun ein Bier, ein Ale, mit der Meische gebraut. Ein eher Raubes Bier, dass einen eher höheren Alkoholgehalt hat. Es ist vollgepackt mit eher unangenehmen aber auch angenehmen Geschmacksrichtungen. Danach wird es destilliert. Mindestens zweimal, in Irland eher dreimal. Und wenn die Destillation nach zwei oder drei Mal,abgeschlossen ist, muss es in ein Fass. Das Gesetz schreibt in Irland ein Minimum von drei Jahren vor. Das meistbenutzte Fass in Irland ist aus Eiche, aber als einziges Gesetz in der Welt, dürfte man nach Irischem Recht auch Fässer aus anderen Holzarten benutzen.
Aber fast alles Fässer, die benutzt werden, sind aus Eiche.
Außer es gibt manchmal gewisse Experimente, wie Walnussholz oder andere Hölzer hier in Irland.

Die andere Art von Whisky auf die ich mich vorher bezogen habe ist: Potstill / Topfdistille
Es bekam seinen Namen vom Apparat. Mehr Information würde eher durcheinanderbringen. Der große Unterschied zwischen zwischen Single Malt und Potstill ist die Inhaltsliste. Es kommt von der ersten irischen Steuer auf Whiskey. Es kam von den Britten und sie versuchten die Litermenge an Alkohol zu besteuern. Es war nicht erfolgreich, denn die Destillerien in dieser Zeit hatten bis zu 300 Mann die dort arbeiten und diese 300 Mann konnten eine ganze Menge Whiskey trinken. Und sie erzählten es dem Steuereintreiber natürlich nicht wieviele Liter es waren.

 

Pod Still Whiskey und die englischen Steuereintreiber

Nun auch die Steuereintreiber kamen dahinter und beschlossen statt dem Endprodukt nun die Rohmaterialien zu besteuern, die gemälzte Gerste.
Zu dieser Zeit konnte man Whiskey ohne gemälzte Gerste nicht herstellen. Die Britten dachten damals, das wäre eine sehr schlaue Art Steuern einzutreiben.
Was die irischen Destiller allerdings herausfanden war, dass auch andere Getreideprodukte anstatt gemälzte Gerste für Whiskey genutzt werden konnten, zum Beispiel Hafer, Roggen. Einfach um die Besteuerung abzuwenden. Da die Besteuerung nur auf gemälzte Gerste stattfanden, wurde um eine ähnliche Menge Extrakt zu bekommen einfach ungemälzte Gerste, Hafer oder Roggen genutzt. Es war eigentlich nur gemacht worden um Steuern zu sparen. Die Steuern waren auf gemälzte Gerste, war sie ungemälzt oder handelte es sich um anderes Getreide, welches eine Ähnliche Menge Extrakt bildete, aber zu einem deutlich steuerfreundlicheren Satz, es wurde nur gemacht wegen der Steuerersparnis und auch ein wenig um die Briten zu ärgern. Doch daraus entstand dieser Whiskeystil, der Potstill genannt wird, wie ich schon vorher gesagt habe ist er öliger, vor allem wenn man Hafer darin hat, ergänzt man Roggen, kommt mehr Würze hinzu.

Ungemälzte Gerste hat ähnliche Charakteristika. Wir sind eine von weltweit zwei Destillen, welche diese Art Whiskey herstellen, hoffentlich ist dies nur der Anfang, und es werden viele weitere folgen, weil es eine großartige Kategorie ist, welche fast in Vergessenheit geraten ist. Eben bis vor Kurzem. So ist es besonders schön, wenn diese zurück kommt. Es entwickeln sich tolle Dinge in dieser Industrie und wir sind Stolz daran Teil zu haben.

 

Geschüttelt oder on the Rocks – Wie genießt man den Whiskey am besten

Fee: Wie sollen die Leute Ihren Whiskey trinken? Welche Temperatur?

Michael: Dies lässt Raum für Diskussionen – ich werde oft gefragt, weil ich für einen Experten gehalten werde, ich sage den Leuten genießt euren Whiskey so wie ihr ihn mögt. Lasst euch euren Geschmack nicht vorschreiben. Dein Geschmack ist deiner. Manche haben einen, so würde ich sagen, guten Geschmacksinn, manche einen schlechten. Aber es ist dein Geschmack. Wissenschaftlich gesprochen ist in unserem Whiskey ein höherer Alkoholprozentsatz drin, 46,5% , dass kann sehr stechend sein. Es kann sein, dass der Whiskey den Gaumen überfordert, manche finden, dass wenn man eine Tropfen Wasser hinzufügt, öffnet sich das Ganze und gibt es Geschmacksnetze die so eingefangen werden.

In dem Whisky, gibt es sogenannte Aromareservoirs , und wenn man einen kleinen Tropfen Wasser auf diese verteilt und später mehr in das Glas gibt, würde ich wahrscheinlich empfehlen, nur einen kleinen Tropfen Wasser in den Whiskey zu geben nur ein kleiner Tropfen Wasser in Ihren Whiskey. Was das Eis betrifft …Wenn Sie mit Eis kühlen, dann werden die Aroma-Moleküle gestört. Tragen Sie das Geschmacksprofil innerhalb des Whiskys, wenn Sie sie kühlen, werden sie dicker werden und schwieriger für Ihren Gaumen , sie so zu verarbeiten, manche Leute finden das. Ich würde mich nicht daran stören, wenn Sie ein wenig Eis dem Whiskey hinzufügen. Tatsächlich würde man etwas von dem Geschmacksprofil einfangen, so dass es empfehlenswert wäre, Whiskey bei Raumtemperatur oder sogar etwas wärmer als hier in Irland zu haben. Die Raumtemperatur hier kann ziemlich kalt sein. Whiskey sollte Raumtemperatur annehmen und Sie sollten vielleicht einen kleinen Tropfen Wasser hinzufügen, aber wieder liegt es an jedem, wie man seinen Whisky genießt, es ist dein Geschäft. Wenn es dir also nichts ausmacht und mir nicht, ich werde nicht beleidigt sein, was du damit tust, ich könnte nur ein wenig beleidigt sein, wenn du Ginger Ale oder etwas anderes als Wasser oder Eis hinzufügst.

Fee: Eine Person mit der wir sprachen, meinte, wir sollten Ihren Gin mit Grapefruit trinken.

Michael: Ja, ja eigentlich stimmt das, aber vom Standpunkt der Firma aus, sollte ich eher sagen nein, trink es mit Orange.
Die von der Destille empfohlene Zutat ist Orange, da es sich um eine Zutat handelt, die wir im Originalginrezept benutzt haben, aber ich finde dass sich Grapefruit oder Zitrone, welche zusätzlich noch etwas Bittergeschmack mit sich bringen, ebenfalls gut ergänzen und sie bringen eine weitere Dimension in den Gin hinein.
Ich selbst bevorzuge Grapefruit, aber jeder hat seine eigene Präferenz.
Wir hatten eine Abstimmung, nicht alles was hier in der Destillerie passiert wird demokratisch entschieden, es handelt sich eher um eine Diktatur, aber bei dieser Sache, Orange gegen Grapefruit, wurde ich überstimmt. Ich kann aber gut damit leben, es gibt andere Dinge die ich dann bestimmen kann. manche Menschen genießen die leichte Süße der Orangen, manche fügen Erdbeeren mit Minze hinzu. Ich bevorzuge mehr Zitrusfrüchte.

 

Von der Maische zum Whiskey – der Destillationsprozess

Fee: Können wir uns den Ablauf innen anschauen?

Chef Distiller Michael Walsh erklärt Fee die Funktion der Holzfässer.
Chef Distiller Michael Walsh erklärt Fee die Funktion der Holzfässer.

Schöne Kuperkesselleuchten uns an, es ist sehr warm, oben gibt es eine Bar.
Große, riesige Eichenfässer sehen wir hier. Micheal macht gerade das Eichenfass auf und es dampft wunderbar und riecht gut.

Michael: Ok, hier handelt es sich um den ersten Schritt unsere Anlage, unser Maischefass. Am Tag erzeugen wir zwei Maischen. Eine um 6 Uhr morgens, die zweite ab 14 Uhr. Heute produzieren wir Potstillwhiskey, darum füllen wir das Fass mit einer halben Tonne gemälzter Gerste und einer halben Tonne ungemälzte Gerste, dann fügen wir 65 Grad heißes Wasser hinzu, damit alle Enzyme aktiviert und hoffentlich alle Zuckerbausteine in den Pflanzen heruntergebrochen werden.

Dieser Vorgang dauert ca. eine Stunde, dann lassen wir die Flüssigkeit ab. Ein dicke Flüssigkeit, die dann in unsere Fermentationsbehälter gepumpt wird. Wir extrahieren aus einer Tonne Getreide ca. 5000 Liter gesättigte Zuckerflüssigkeit. Dann kommt Hefe hinzu. Hefe ist ein lebender Organismus, der sich sehr über diesen Zucker freut und die Masse dann hoffentlich in Bier verwandelt. Die Fermentationsdauer beträgt drei Tage, dann haben wir ein Bier mit 8 Prozent Alkohol. Ein großer Ungerschied zu anderen Kesseln in anderen Brauerein ist, dass unsere aus Holz bestehen. Der Grund dafür ist, dass wir keinen Stahl benutzen, was üblicher für Fermentation ist, da es einfacher zu sterilisieren und reinigen ist, denn für Bierbrauer ist das sehr wichtig, denn man möchte keine Verunreinigung durch wilde Hefe oder Bakterien. Was uns in Dingle betrifft, wir wollen etwas von dieser wilden Hefe, wir säubern zwar nach jeder Fuhre die Tanks, aber es ist nicht möglich sie hundertprozentig zu sterilisieren.
Daher kommt es zu einem leichten Bakterienwachstum, welches eine Symbiose mit unserer Hefe während der Fermentierung eingeht. Statt Ethanol zu produzieren, was die Hefe macht, kommt es zu einem ähnlichen Disaster und das Bier bekommt dadurch eine weitere Ebene.
Wenn wir hier Bier in Dingle machen würden, könnte man es so konsumieren, wie es ist.
Es wäre aber nicht empfehlenswert, da es von merkwürdigem Geschmack wäre und stechend schmecken würde. Dadurch, dass wir destillieren, können wir die Geschmäcker herausholen und formen, die wir möchten. Daher benutzen wir Holzfässer, die man sonst eigentlich nur in den gehobenen Schottischen Single-Malt Destillerien finden kann
Das sind unsere Fermentierungsbehälter, dort haben wir drei Whiskeydestillationsapparate.
Die Idee hinter der Destillation ist, dass die drei Zutaten des Biers drei verschiedene Kochtemperaturen haben.
Die Produktion der Dingle Distillery benfindet sich in der Halle eines ehemaligen Sägewerks. Hier kann man die Räder der Transmission gut erkennen.
Die Produktion der Dingle Distillery benfindet sich in der Halle eines ehemaligen Sägewerks. Hier kann man die Räder der Transmission gut erkennen.
Im ersten Topf wird der ganze Alkohol destilliert, dann in das weite Gefäß gefüllt, hier arbeiten wir als Destiller dann am Destillat. Die ersten Teile sind die flüchtigsten, aber auch die gefährlichsten. Dinge wie Methanol oder andere gefährliche Teile gehen hier raus. Methanol- obwohl durch Getreide nicht so viel produziert wird, kann ein kleines bisschen davon schon einen ordentlichen Schaden anrichten.
Trinkst du 10 ml dann erblindest du, bei 30ml stirbst du. Das sind Gründe, warum du keinen Methanol im Whiskey haben willst. Darum können wir die Flüssigkeit in gut und schlecht trennen. Oder wie wir sie nennen, die „Verflüchtigungen“ und das „Herz der Flüssigkeit“.
Die schlechte Flüssigkeit kommt am Anfang der Destillation und wir in Behälter für Schlechtes geschüttet ( Bad Receiver) wenn es klar wird, kommt der Rest in den Behälter für gute Flüssigkeit, oder Das Herz der Flüssigkeit., wo wir den guten, sauberen Alkohol mit gutem Geschmacksprofil auffangen.
Nach einigen Stunden, überwachen wir den Prozess , während die Temperatur wieder ansteigt , gibt es durch den Stahl wieder eher geschmacklich nicht so gute Profile, diese müssen wegdestilliert werden.einfach, weil es nicht gut schmeckt. Wir schütten nun wieder ein wenig in den Behälter für Schlechtes und behalten den Rest im Herz der Flüssigkeit. Wäre das hier eine Zweifachdestillerie, würde man hier enden, aber da wir hier dreifach destillieren, nehmen wir das Herz und destillieren es ein drittes und letztes Mal. Dies wird nur aus Geschmacksgründen gemacht. Die Destillation braucht zwischen 8 und 10 Stunden, und in dieser Zeit entwickelt sich eine breite Geschmacksvaraition. Von blumig und zart am Anfang, bis stark und süß, oder wachsig und leicht gummiartig gegen Ende. Da wo man Einschnitte macht, kann man das Geschmacksprofil verändern. Hier in Dingle haben wir einen stark süßen Whiskey mit etwas Würze. Nur ein bisschen scharf, eher süß. Der Grund dafür ist, die Einschnitte die ich mache.
Wäre ein anderer Hauptdestiller am Werk, hätte er vielleicht eine andere Einstellung. Es könnte zum Beispiel ein blumigerer Charakter sein, oder eine strengere Geschmacksnote. Obwohl ja nur drei Inhaltsstoffe in der Single-Malt Whiskeyproduktion oder Potstillproduktion benutzt werden, gibt es riesige Variationsmöglichkeiten bei der Whiskeyproduktion von unterschiedlichen Destillern und Destilleries. Dies liegt hauptsächlich an den Schnittpunkten.
Wir starten mit 5000 Liter Bier, können aber nur 500 Liter Whiskey pro Einheit daraus gewinnen.
Es ist ein höherer Alkoholprozentsatz, aber es ist auch ein niedriger Prozentsatz in den Töpfen, welche die Dritte Destillation ausmachen. Und das geht dann für mindestens drei Jahre in unsere Fässer. Dort kann es so lange wie du willst lagern, manchmal bis zu dreißig Jahre oder länger. Ich weiß jetzt nicht ob wir die Geduld in Dingle für eine 30jährige Reifung aufbringen, wir werden aber unser Bestes tun.
Fee: wir kommen zurück
Michael: ich bring euch zum „Spiritsafe“ hier wird unser Alkohol geprüft und wo wir als Destiller unsere Schnitte machen.
Fee: Ein Messingschächtelchen in dem dann doch einige Flüssigkeiten verhandeln sind.
Michael: Hier handelt es sich um einen Alkohltresor, es ist ein Hilfsmittel unseren Alkohol zu analysieren. Wir können ihn hier sammeln, hier ist eine Probe unseres Potstills. Es spritzt quasi aus dem Behälter heraus. Das hier ist die einfachste unserer Destillationen, alles aus dem ersten Prozess geht in einen Behälter, wird dann in den Regency Behälter gepumpt und man sie hier in zwei verschiedene Behälter füllen, indem ich mit einem Schwenker den Alkoholgehalt ermitteln kann. Im Moment kann ich das nicht machen, aber ja,ich kann zwischen einem guten und schlechten unterscheiden.
Wir tanzen mit unseren Gefäßen hier in Dingleetwas aus der Reihe, klar muss man bei Dingen wie Methanol und ähnlichem beim Beginn des zweiten Destillats vorsichtig sein, aber nachdem wird der Rest der Einschnitte  einfach nur aus Geschmacksgründen gemacht.

Es ist ziemlich viel Arbeit einen 60 minütigen Podcast zu übersetzen. Darum machen wir hier nach der Hälfte einen Schnitt, damit Fee den Rest fertig machen kann.

Den ganzen Podcast könnt ihr euch aber schon auf Itunes oder Spotify. Oder einfach im Anschluss an diese Seite.

Mehr Informationen findet ihr auch in den Shownotes

Ein Kommentar Füge deinen hinzu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.