Lauter Jubiläen – 180 Jahre Fotografie, 20 Jahre Fotoerlebnisse, 30 Jahre Photoshop

In 2020 erwarten euch gleich 2 Jubiläen.
Nachdem die Fotografie in 2019 180 Jahre alt wurde, wird der Photoshop  nun 30 und Fotoerlebnisse feiern 20jähriges Bestehen.
 
Am 29. August 1839 wurde die Fotografie an der Pariser Akademie als Daguerrotypie präsentiert.
1824 – also einige Jahre zuvor – machte Joseph Nicéphore Niépce die erste Aufnahme.
Zusammen mit Daguerre machte er sich an die Entwicklung der heute bekannten Fotografie.
 
In unseren ersten 3 Podcastepisoden zur Geschichte der Fotografie könnt ihr euch dazu mehr anhören.
 
Zusätzlich werden wir im Jahr 2020 sehr viele Episoden zu bekannten und wichtigen Fotografen für euch erstellen.
 
 

Das Bild ist „gephotoshopt“

Vor 30 Jahren war der Design- und Fotoprozess ein anderer. Alles war noch analog. Bilder wurden bis dahin in der Dunkelkammer bzw. im Fotolabor bearbeitet und entwickelt. Zuerst wurde der Film entwickelt und dann vom Negativ Papierfotos abgezogen oder gleich ein Diafilm benutzt.
 
Egal welches Format man benutzt hat, es war ein aufwändiger Prozess – immer im Dunkeln. Ich habe die Arbeit in der Dunkelkammer nicht sonderlich gemocht. Ich fand sie immer sehr eintönig und unproduktiv. Vorgaben mussten genau eingehalten werden und es war immer möglich, den Film zu „versauen“ und die Arbeit von Stunden zu ruinieren.
Die Bearbeitung von Bildern in der Dunkelkammer war sehr schwierig und braucht viel Zeit und Übung. Einmal habe ich versucht, ein Schwarzweissbild mit Pinsel und Lasur auszuflecken – ein Mal und nie wieder!
Programme, wie Lightroom oder Photoshop vereinfachen die Bildbearbeitung heute deutlich.
 
Photoshop wird in 2020 30 Jahre alt und ist das populärste Bildbearbeitungsprogramm.
 

Das nächste Jubiläum ist das von Fotoerlebnisse. Ja, wir sind tatsächlich schon 20 Jahre alt!

Begonnen haben wir damals als Presse- und Produktfotograf. Wir lieferten Bilder für PR- und Zeitungsartikel. Zusätzlich erstellen wir Produktfotos für Flyer und Kataloge, die wir in unserer eigenen Agentur für unsere Kunden produzierten.
 
FotoScho war das Kürzel, das wir für die Kennzeichnung unserer Bilder bei Presseveröffentlichungen benutzten.
Im Studium hatte man uns erzählt: „mit Fotografie kannst du kein Geld mehr verdienen“. Deshalb starteten wir zusätzlich noch mit einer Werbeagentur.
 
Vor 10 Jahren begannen wir Workshops bei unseren Kunden über Freehand, Indesign und Photoshop. Kurz darauf folgten die ersten Workshops und Kurse für die Allgemeinheit über Bildbearbeitung und Fotografieren.
 
Dieses Jahr haben wir für euch viele Specials vorbereitet. Neben speziellen Kursen, Reisen und Angeboten werden wir viele Grundlagen zur Fotografie in unseren Podcasts raus hauen.
 
 
 
 

30 Jahre Photoshop in 2020

Ein Jubiläum des bekanntesten Bildbearbeitungsprogramms, das es zur Zeit gibt.
 
Wie jedes andere Programm besteht es aus 1 und 0.
 
Egal welches Bild du dir ansiehst, ob im Web oder in einer Zeitschrift. Wenn es sich dabei nicht gerade um professionelle Schnappschüsse handelt, kannst du davon ausgehen, dass es schon einmal mit Photoshop oder zumindest mit einem ähnlichen Programm in Berührung gekommen ist.
 
Quasi alles in Print und Medien ist „gephotoshopt“ – spätestens, wenn du das Bild in der Zeitung mit der Originaldatei vergleichst, dann wirst du merken, es ist etwas verändert worden. Entweder so, dass es besser aussieht oder dass es besser zum Thema passt.
 

Photoshop setzt Standards.

Nicht nur technisch, sondern es verändert auch die Wirklichkeit. Sogar manche Profimodells würden gerne so aussehen, wie ihre bearbeiteten Bilder in den Hochglanzbroschüren.
 
Es gibt Photoshop-Artists, denen es gelingt, aus einem alltäglichen Bild ein Kunstwerk zu machen. Trotzdem ist Photoshop ein Computerprogramm – bestehend aus Einsen und Nullen.
 
Die Geschichte des Programms begann 1987. Die Gebrüder Thomas & John Knoll begannen eine Software zu schreiben mit der Graustufenbilder an einem Schwarzweissmonitor angezeigt werden konnten. Kunststück – farbige Monitore gab es da noch gar nicht! Damit legten die Brüder Knoll den Grundstein zum heute bekannten Photoshop.
 
John, der bei Industrial Light and Magic arbeitete – ein Unternehmen, das visuelle und Spezialeffekte für Filme produzierte, sah das Programm seines Bruders Thomas und überredete ihn, sein Programm in ein Bildbearbeitungsprogramm umzuarbeiten.
 
Zuerst sollte Photoshop gar nicht so heißen. Thomas wollte es zuerst „ImagePro“ nennen, aber dieser Name war schon vergeben, so wurde „Photoshop“ daraus.
 
Es gelang ihm sogar, es an einen Scannerhersteller zu verkaufen. 200 Lizenzen konnten so verkauft werden. John reiste währenddessen ins Sillicon Valley zu Apple und Adobe. Mit Erfolg! Am 19. Februar 1990 erschien das Photoshop Release 1.0 exklusiv für Apple. Erst drei Jahre später wurde es auf Windows portiert.
 
Mit Version 1.0 und 2.0 bin ich im ersten Jahr meines Studiums in Berührung gekommen. Auf einem Mac dessen Display ungefähr doppelt so groß war, wie der eines heutigen IPhones.
Zur Zeit der Markteinführung von Photoshop war digitale Bildbearbeitung nur auf bestimmten HighEnd-Systemen möglich. Die Kosten für eine Stunde Retusche betrugen ungefähr 300 $. Der Preis für Photoshop betrug 1990 etwa 895 $.
 
Durch die Portierung von Mac auf Windows eroberte Photoshop den Massenmarkt.
 
Während Photoshop 1.0 bereits Farbbearbeitungen beherrschte, konnte die Version 2.0 bereits ein paar Monate später Dinge, die auch heute noch zum Standard gehören: Stiftwerkzeug, Pfade und cmyk/Druckfarbe.
Noch mal ein paar Monate später kamen mit der Version 2.5 die Paletten hinzu. Danach war erst einmal eine Weile Pause.
 
1994 wurde erst die Version 3.0 released. Mit einer neuen Innovation – den Ebenen. Sie erleichtern es, Composings mit verschiedenen Elementen zu erstellen.
Gerade 2 weitere Jahre Entwicklung dauerte es bis die Einstellebenen und Aktionen in 4.0 verfügbar waren.
Während bei Ebenen einzelne Bildobjekte auf verschiedenen Ebenen gelagert und bearbeitet werden können, sind Einstellungsebenen Ebenen, auf denen Bildeinstellungen für die Ebenen darunter gemacht werden können.
Aktionen dienen dazu, immer wieder kehrende Arbeitsschritte zu automatisieren, wie beispielsweise Farbwerte korrigieren.
 
Ebenfalls mit der Version 4.0 bekam das Interface das Aussehen, wie wir es heute gewohnt sind.
 
Mit Version 3.0 begann die Ära des Auges auf den Start-Screen. Bis Version 7.0 wird als Markenzeichen beim Start von Photoshop immer ein Auge zu sehen sein, genau so, wie auf dem Icon für die Datei im Verzeichnis.
 
Mit Release 5.0 1998 kamen noch einmal einige wichtige und heute noch gern genutzte Funktionen hinzu: das Protokoll.
Bis dahin behalf man sich damit, zu hoffen, Fehler schnell genug zu bemerken, um diese mit einem „Rückgängig” zu beheben oder man legte viele Datenversionen und Ebenen an.
 
Der ständige Ressourcenhunger von Photoshop war bereits damals ein Problem. Je mehr Ebenen, desto größer die Datei, umso langsamer der Rechner.
Bei aufwändigen Arbeiten kam es manchmal schon vor, dass ich das Randering abends anstieß und zum Mittagessen am nächsten Tag weiter machen konnte, sofern der Rechner nicht abstürzte.
Mit der Version 5.5 kam ein Jahr später die Möglichkeit Dateien fürs Internet abzuspeichern. Zum Jahrtausendwechsel wurden weitere Vektorformen eingeführt und das Textwerkzeug überarbeitet. Ich glaube, dass der Text dann editierbar blieb. Zuvor wurde er gleich in eine Ebene gerändert.
In der Version 7.0 kam ein neuer File-Browser hinzu, der sich später als Bridge selbstständig machte.
 

Creative Suite

Ab 2003 werden die Programmversionen nicht mehr nur mit Ziffern sondern mit „CS“ bezeichnet.
 
Ähnlich wie bei der Cloud heute war der Gedanke, dass die Creative Suite möglichst alle Designaufgaben abbilden konnte: von Bildbearbeitung, Grafikdesign über Layout, Webdesign bis hin zum Videoschnitt. Alle Programme wurden zusammen gefasst und die Austauschfähigkeit der Dateien untereinander erhöht. Davor bestand das Adobeportfolio aus – mehr oder weniger zusammen passender – Programme, die teils selbst entwickelt oder zugekauft worden waren.
Währenddessen wurde Photoshop aus scriptbar.
Spezielle Vorgänge in der Bildbearbeitung konnte man bereits automatisieren, einfach in dem man die Abläufe aufzeichnete. Nun konnte es auch mittels Javascript gesteuert werden.
 

Smartobjekte

Mit CS 2 wurden die Smartobjekte eingeführt. Objekte, die als Smartobjekte umgewandelt werden, können ohne Qualitätsverlust vergrößert und verkleinert werden.
Ich verwende sie oft für die Verarbeitung von Pfaden aus Illustrator.
Mit CS 3  gab es dann endlich Camera Raw und das Schnellauswahltool
Im nächsten Releasse dem CS 4 wurden die Werkzeuge für die Maskierung verbessert.
 
 
Ein kleine Sensation war die Einführung des Formgitters in Photoshop im Jahr 2020.
Das Formgitter ermöglicht es, Objekte in PS in Abhängigkeit von zuvor definierten Ankerpunkten zu verformen.
Ähnlich einer Gliederpuppe.
Im Englischen heißt das Tool auch Puppet Wrap Tool, was soviel heisst, wie Marionetten-Verform-Werkzeug.
Gerade bei der Bearbeitung von Posen von Modellen, kann das Tool sehr hilfreich sein.
 
Die letzte CS-Version war Photoshop CS 6 2012.
Sie ist weniger wegen ihrer neuen Features erwähnenswert, sondern eher
wegen der Tatsache, dass sie die letzte Kaufversion von Photoshop ist. Deshalb ist sie zum Teil immer noch bei Cloudverweigerer im Einsatz.
 

Abomodelle für die Creative Cloud

Im Jahr 2011 führte Adobe die Creative Cloud ein und mit ihr ein Abomodell.
In der Cloud sind derzeit ungefähr 20 Programme zusammengefasst.
Die Programme werden aus der Cloud installiert und können so lange genutzt werden, solange das Abo aktiv ist.
Bis dahin war Photoshop das am vierthäufigsten schwarz kopierte Programm weltweit.
2011 wurde die Creative Cloud gelauncht. Die letzte Kaufversion wurde im darauf folgenden Jahr mit der Version CS 6 veröffentlicht.
 
Bei der Creative Cloud gibt es verschiedene Preise für verschiedene Lizenzen.
Für Fotografen gibt es ein Bundle Photoshop zusammen mit Lightroom.
Lightroom ist ein Rawconverter mit Bildverwaltung.
Auf Lightroom gehe ich ein einer anderen Folge noch einmal gesondert ein.
 
Ich benutze das Abo, das alle Programme enthält. Dies ist etwas teurer, enthält aber auch die Bridge, den Ausgelagerten Dateibrowser von Photoshop.
 
Die Programme des Abos kann man auf zwei Rechnern installieren. Egal ob Mac oder Windows. Auf Mobilgeräten ist die Anzahl im Moment noch unbeschränkt. Seit kurzem gibt es ein Photoshop fürs IPad.
 

Warum das alles?

Du denkst jetzt eventuell: Das ist alles ganz schön, doch wieso erzählst du mir das alles?
 
Die Antwort ist ganz einfach: Ich will dir einfach nur erklären, wie komplex Photoshop ist und wie lange es gedauert hat, ein Tool zu bauen, mit dem du eigentlich alles machen kannst, was du dir in der Bildbearbeitung vorstellen kannst.
 
In Photoshop stecken 30 Jahre Entwicklungsarbeit. Es ist nicht nur Industriestandard, sondern es ist konkurrenzlos. Das schweizer Taschenmesser der Digitalfotografie.
Alle Bildbearbeitungsprogramme, die ich kenne, setzten irgendwo auf Photoshop auf oder versuchen es zu kopieren.
 
Als Computerprogramm besteht Photoshop, wie alle anderen Programmen auch, aus Kilometer Code und aus Einsen und Nullen.
 
Neben Photoshop für professionelle Anwender gab es auch noch Programmversionen für den Homeanwender. Zu ihnen gehörten Photoshop LT oder auch das populäre Photoshop Elements. Vom Funktionsumfang waren diese beschränkt.
 
Daneben ist Photoshop nicht nur ein Bildbearbeitungs- sondern auch ein Malprogramm.
 
Photoshop ist pixelbasiert, das heisst es arbeitet mit Bildpunkten.
Die Bildinformation eines Digitalbildes wird in kleinen farbigen Quadraten dargestellt.
Sie werden sichtbar, wenn du die Ansicht des Bildes maximal vergrößerst.
Jedes dieser Quadrate hat ein Farbwert. Aus vielen von ihnen setzt sich das Bild zusammen.
 
Klassisch nutzt man Photoshop, um Bilder zuzuschneiden, die zu vergrössern oder zu verkleinern sind.
 
Mit ihm lassen sich Bilder auch in Farbe, Helligkeit, Schärfe, Farbintensität, Kontrast oder Dynamik verändern, um sie sie für die spätere Ausgabe zu optimieren.
 
Das sind Dinge, die in der Zwischenzeit von RAWconvertern wie Lightroom, der Bridge, Luminar oder Darktable übernommen werden.
 
Für alles was aber darüber hinaus geht, benötigst du ein Programm wie Photoshop: für Bildveränderung, Bildmanipulation, Artwork, die Druckvorstufe, Retusche oder Photocomposings aber auch für Videoanimation oder Video.
Eben für alle Aufgaben, die tiefer gehen.
 

Fazit:

Die RAWconverter wie Lightroom oder Luminar haben die Grundlegenden Aufgaben von Photoshop vor einiger Zeit übernommen, während sich Photoshop in verschiedenen Bereichen weiter entwickelt hat. Wahrscheinlich werden auch weitere Grundfunktionen von Photoshop langsam in andere Anwendungen eingehen. Aber die Photoshopentwickler bei Adobe werden alles dafür tun, sich weitere sinnvolle oder auch weniger sinnvollere Funktionen auszudenken, um den Entwicklungsvorsprung vor den anderen Programmen zu halten.
 
Adobe Photoshop bei Wikipedia
 
Mythos Photoshop
 
Geschichte von Photoshop

 

Lauter Jubiläen – 180 Jahre Fotografie, 20 Jahre Fotoerlebnisse, 30 Jahre Photoshop

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