Bilder sichern unterwegs

Alles für den Arsch. Die Dateien vom Shooting sind futsch – Eure Bilder sichern Unterwegs

„Ich muss mich leider bei allen, entschuldigen, die ich in den letzten Tage fotografiert habe. Mir wurde im Zug mein Rucksack mitsamt meiner Fotoausrüstung geklaut. Auch alle Bilder sind weg.” Schrieb uns ein Bekannter. Wir waren gerade auf dem Rückweg von Venedig.
Der Karneval in Venedig ist für uns eines der wichtigsten Fotoevents. Auf Workshops und bei Shootings entstehen hunderte von Bildern. Aufnahmen für ein ganzes Jahr.
Besonders ärgerlich: Oft sind in so einem Fall Kamera und Speicherkarten weg. Einfach so. Logisch. Sie waren ja in einer Tasche. Eine Woche Arbeit umsonst.
Gerade auf Reisen ist die Gefahr sehr hoch, dass Daten verloren gehen.
Es muss nicht einmal etwas gestohlen werden.
Manchmal ist einfach nur die Speicherkarte kaputt. Besonders ärgerlich wird es dann, wenn es sich um einmalige Aufnahmen handelt, die sich nicht wiederholen lassen. Gerade bei Auftragsarbeiten, Reportage oder Hochzeitsaufnahmen, kommt zum wirtschaftlichen auch noch ein enormer Imageschaden dazu.
In diesem Blogpost zeige ich Euch, was ihr dagegen tun könnt.

 

Canon 5D Mark IV: Speicherkarten in den Kartenslots
Canon 5D Mark IV: Speicherkarten in den zwei Kartenslots

Vorbereitung:

Bevor das Shooting beginnt werden die Speicherkarten vorbereitet, das heisst formatiert und die Bildzähler zurückgesetzt.
Formatiert deshalb, um Bildverlust vorzubeugen, der auf Schreib-Lesefehlern beruht. Es ist nicht unbedingt notwendig den Bildzähler zurückzusetzen, hilft aber nach dem Shooting den Überblick zu behalten.
Zu meiner Ausrüstung gehören mehrere Compact Flash – Karten sowie auch SD-Karten (16-32 GB) in der gleichen Größe, das Notebook und eine externe Festplatte.

 

On Location

Zwischenzeitlich benutze ich statt 16 GB die 32 GB Karten. Warum? Das liegt am Umstieg von meiner geliebten Mark II auf die Mark IV. Dabei sind die Bilddaten um gut ein Drittel – von 20 auf 30 MB – größer geworden. Trotzdem muss ich öfters die Karten wechseln. Dahinter steckt durchaus ein Sicherheitsgedanke: Sollte eine meiner Karten beschädigt sein, dann sind (hoffentlich) nur die Bilder auf dieser einen Karte betroffen und nicht die auf den anderen Karten. Eventuell reichen dann die restlichen Bilder aus, um den Auftrag fertig zu stellen. Also lieber öfters wechseln, als mit einer großen die ganze Arbeit auf eine Karte zu setzen.
Seit der Mark III gibt es bei Canon, aber auch bei Nikon Kameras einen zweiten Kartenslot. Den könnt ihr natürlich dazu nutzen, um noch mehr Aufnahmen zu machen oder aber vor Ort in der Kamera ein Backup zu ziehen. Diese Option nutze ich gerne, wenn ich weiss, dass die Kamera auch mal Pause hat. Dann trinke ich einen Café und kann nebenher die Bilder auf die zweite Karte ziehen. Cool ist, ich kann das immer zwischendurch machen und muss die Karte nicht aus der Kamera nehmen und ich brauche keine zusätzliche Ausrüstung dabei zu haben. Das ist von Vorteil, wenn ich unterwegs oder auf Reisen bin.
Nachteil ist: die Kamera kann ich in der Zeit nicht für weitere Aufnahmen verwenden.
Für den Fall bleiben dann doch nur die Option, die Daten auf einen externen Speicher ausspielen.
On Location beim Shooting mit Models benutze ich gerne Tethering. Fotografieren direkt ins Notebook macht richtig Eindruck. Nebenbei wird gleich eine Datei auf das Notebook übertragen und das Ergebnis kann gleich kontrolliert werden.

Lichttest als Vorbereitung zum Lost Place Shooting
Lichttest als Vorbereitung zum Lost Place Shooting. Notebook beim Tethering.

Datensicherung

Ihr seht, die Datensicherung beginnt schon vor dem Shooting. Nachher machen wir dann nur noch einen Knoten dran.
Im Gegensatz zu Negativen ist noch nicht klar, wie viele Jahre Festplatten halten. Nebenbei bemerkt: Die ersten Negative gibts noch. Wie siehts mit Eurer ersten Diskette aus?
Weil Digitales nix Substanzielles ist, ist es deutlich störungsanfälliger, als analoger Film.
Als einigermaßen sicher gelten Backups mit Redundanz. Das bedeutet, dass die Sicherung auf zwei getrennten Speichermedien gespiegelt abgelegt wird.

In meinem Workflow bedeutet das:
Im Idealfall komme ich bereits mit einem doppelten Datensatz aus dem Shooting.

Auf Reisen ziehe ich dann noch ein weiteres Backup auf eine externe Festplatte.
Falls eine Internetverbindung existiert, wird eine Auswahl an Bildern vorsorglich schon mal auf einen Cloudserver übertragen.
Cloudspeicher gibt es für wenig Geld bei verschiedenen Anbietern oder bei Google Drive umsonst.
Ich selbst habe mir eine eigene Cloudlösung zugelegt. Eine Festplatte, die an meinen Router angeschlossen ist.
Der Vorteil: Sie funktioniert als Netzlaufwerk, so dass Daten intern schnell zum jeweiligen Arbeitsrechner übertragen werden können

Nicht jeder hat den Luxus einer Kamera mit zwei Karten. Meine geliebte Canon 5D Mark auch nicht und ich nutze sie immer noch gerne. Dann wechsle ich zügig die Karten und spiele sie bei der nächsten Gelegenheit aus.

Solange ich meine Daten nicht in das heimisches Bildarchiv übertragen kann, bleibt ein Satz Bilder auf den Speicherkarten. Die sind klein und lassen sich bequem entfernt von der Ausrüstung transportieren. In der Jackentasche zum Beispiel.

Bilder sichern unterwegs

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