Ohne teure Workshops fotografieren

So lernst du ohne teure Workshops fotografieren

Fotografieren mit der Canon 5D Mark IV - Felicitas
Fotografieren mit der Canon 5D Mark IV – Felicitas

So gehts: Gib bei Google „Fotoworkshops kostenlos“, „fotografieren lernen“ oder „Fotografie Tutorials“ ein. Und schon bekommst du unzählige Ergebnisse von Seiten, auf denen es Anleitungen gibt, wie man fotografieren lernt. Und der Bereich boomt. Fast täglich kommen neue Kurse hinzu. Bezahlt und unbezahlte. 

Vor allem YouTube erweist sich dabei besonders ergiebige Quelle.

Gerade wenn man damit beginnt, sich mit der Fotografie zu beschäftigen, sei es professionell oder als Hobby, sitzt das Geld nicht so locker und man fragt sich: Soll ich lieber. in Ausrüstung oder in Wissen investieren?

Immer wenn ich die Wahl hatte, entschied ich mich für die Hardware, da hatte ich wenigstens was in der Hand.

 

Grundlagen finden

Meine erste Spiegelreflexkamera war eine Canon T50 und die habe ich von meinem Vater zum Geburtstag geschenkt bekommen. 

Nach dem ersten Duzend belichteter Filmen war ich mit den Ergebnissen nicht sonderlich zufrieden. Die Kamera wanderte lange Zeit in den Schrank. Bis zu jener Abschussfahrt nach Prag. Zu diesem Anlaß hatte ich die sie wieder abgestaubt, um die obligatorischen Erinnerungsbilder zu machen. 

 

Ich kam ins Gespräch mit einem Mitschüler aus einer höheren Klassenstufe.

„Ich will mir in Prag eine Praktika kaufen. Die Marke ist echt gut. Die Kameras wurden in der DDR hergestellt und sind ganz billig. Da ist kein Stück Elektronik daran.“  Er setzte mir die Zusammenhänge von Blende und Belichtungszeit auseinander. Am nächsten Tag begleitete ich ihn zum Fotogeschäft. Dort sah das erste mal einen Vergrößerer. Der sah aus, wir ein riesiges schwarzes Ei mit Ständer.

Besonders begeistert war ich von der Möglichkeit, auf- und Abblenden zu können, um die Kamera an dunkle Lichtsituationen anzupassen. Vor allem in den dunklen Schlösser und Burgen, die zu unserem Pflichtprogramm gehörten, konnte er noch fotografieren, wenn bei mir schon lange Schluss war.

 

Dieser Moment war für mich die Initialzündung:

Es gab noch viel mehr zu wissen.

Ich begann die Blende an meiner Canon von Hand einzustellen. Natürlich wurden die Bilder alle schwarz. Mein nächster Weg führte mich die Woche drauf in das Fotogeschäft, aus dem meine Kamera stammte. 

“Ja das kann das Gerät nicht.” 

 

Wie fotografieren richtig Lernen?
Wie fotografieren richtig Lernen?

 

Bücher und Zeitschriften

Internet gab es damals noch nicht. Deshalb führte mich mein erster Weg in die örtliche Leihbücherei. 

Der Bestand an Fachbüchern zum Thema Fotografie war gelinde gesagt mehr als überschaubar. Auch die Buchhändlerin meines Vertrauens war keine große Hilfe. Ihr Interesse lag mehr auf aktuellen Liebesromanen und Kochbüchern. So ruhte das Projekt Profifotograf bis zum nächsten Schulausflug nach München. 

Statt auf das Oktoberfest zu gehen, verbrachte ich meine Zeit in einem Buchladen am Marienplatz und durchstöberte die Fotoabteilung. Das mitgebrachte Festgeld investierte ich in ein Fachbuch. Es wurde für 20 DM verramscht. Das konnte ich mir gerade so leisten. 

Das hat sich zwischenzeitlich geändert.

 

Zur Zeit habe ich Bücher folgender Verlage im Regal:

Rheinwerk Verlag

Dpunkt.verlag

Mitp Verlag

 

Nicht zu vergessen, die  zahlreichen Fotomagazine, die über technische Neuheiten oder bestimmte Scherpunktthemen berichten.

https://www.heise.de/foto/

http://www.profifoto.de/

https://www.docma.info/

Ausstellungen und Praktika, Stammtische

Im Studium hatten wir dann Lehrbeauftragte und Professoren, die uns das Thema näher bringen sollten. Die Lehrbeauftragten waren mehr für die Technik zuständig und die Professoren für das Konzept und die Gestaltung.

Endlich gab es jemand, dem wir unsere Fragen stellen konnten. Zumindest theoretisch, wenn gerade mal einer da war. 

Eine weitere Möglichkeit, sich Wissen anzueignen waren diverse Praktika bei verschiedenen Fotografen.

Danach war ich sehr geübt darin, Negative in Zellophanhüllen abzulegen und gut darüber informiert, was sie Kollegen wirklich über ihre Kunden denken.

Deutlich sinnvoller für den Erfahrungsaustausch ist es, nach Meetups und Fotostammtischen in der Umgebung Ausschau zu halten.

„Selbst 15 Jahre nach meinem Studium verstehe ich einige dieser Arbeiten verschiedener Fotografen immer noch nicht.” Ich klappte den Ausstellungskatalog des Museums Ludwigs in Köln wieder zu. Ich hatte kürzlich mein Bücherregal neu sortiert und ihn bei den Aufräumungsarbeiten wieder gefunden. 

Ausstellungen und Wettbewerbe sind aber grundsätzlich  eine gute Basis für die momentanen Fototrends.

Checker - So gehts
Checker – So gehts

 

Fotografieren lernen 2.0 – Blogs und Communitys und Soziale Netzwerke

“Calvin Hollywood,  Ben Jaworskyj, Pavel Kaplun Scott Kelby. Die musst du dir anschauen. Die habens geschafft. Die wissen, wies geht.” Bekommt man immer wieder zu hören. Und richtig, viele davon dominieren momentan das Internet und beeinflussen stark das Meinungsbild.

Doch fangen wir weiter vorne an:

Mit dem Einzug des Internets nahmen die die Diskussionsforen ihren Anfang. Aus ihnen entwickelten sich dann die Communitys. Eine der wichtigsten im deutschen Sprachraum ist die Fotocommunity. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sie sich zur Informationsbörse unter den Fotointeressierten.

Allmählich entstanden auch die ersten Blogs. Heute eine der wichtigsten Informationsquellen für angehende Fotografen.

 

Einige Blogs, die ich recht aufschlussreich finde, sind:

22Places

Kwerfeldein

Stilpirat

Pixxel Blog

Wenn ihr einen für Euch interessanten Blog gefunden habt, könnt ihr Euch dort meist einen Newsletter oder den RSS Feed abonnieren, dann werdet ihr automatisch informiert, wenn es Neuigkeiten gibt.

Facebook ist sozusagen ein Web im Web. Mit eigenen Seiten, Chats, Profilen und Gruppen.

Natürlich können wir uns gerne über den Datenschutz bei Facebook streiten. Für den Austausch mit anderen Fotografen und als Wissensquelle das Soziale Netzwerk für mich sehr wichtig.

 

Beginnen wir mit unserem Überblick bei den Facebook-Fanseiten:

Es gibt einen Unterschied zwischen Facebookprofilen und Facebookfanseiten. Facebookprofile sind für die private Nutzung gedacht. Ich kann die Sichtbarkeit meiner Posts für eine bestimmten Personenkreis einschränken und ich kann Freunde hinzufügen.

Eine Facebookseite funktioniert, eher wie eine Internetseite. Oft hat sie eine feste Adresse. Bei mir ist das zum Beispiel https://www.facebook.com/fotoscho. Als Facebooknutzer kann ich mir eine Facebook Fanseite abonnieren und erhalte dann die neuen Posts auf meinem Facebookprofil angezeigt. Nachrichten, die ich an eine Facebook Fanseite schicke werden in der Regel eher gelesen. Auf privaten Profile landen Nachrichten nicht „befreundeter“ Personen oft im Spam, wenn es ihnen überhaupt erlaubt ist, Nachrichten zu schicken.

Ich stoße tatsächlich noch immer auf Kollegen und Models, die ihr privates Facebookprofil geschäftlich nutzen und dann noch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme abgestellt haben. Ein besonders sinnvolles Verhalten, um neue Kunden zu finden.

Chats oder Personal Messages dienen der direkten Kommunikation. Besonders, wenn der Gesprächspartner relativ weit entfernt ist.

Ich nutze die hauptsächlich um Termine abzustimmen, Bilder zu besprechen oder Fototips zu geben.

Facebook Gruppen ähneln sehr den klassischen Diskussionsforen im Internet.

In einer Gruppe können

Mitglieder Fragen stellen oder Themen mit anderen Diskutieren.

 

Lervideos – YouTube & Co

‘Wir waren den mistigen Content im Bereich Fotografie leid und haben jetzt unser Angebot verbessert und komplementiert’, so Larry Page von Google. ‘Es ist für uns eine Gefahr, wenn die Inhalte auf unserer Plattform in Inhalt und Qualität nicht passen und gefährliches Halbwissen transportieren. Durch die Übernahme von FotoTV. sind wir in diesem Bereich zum Qualitätsanbieter geworden.’ So eine unscheinbare Meldung auf der Website 24aktuelles.com.

Ob YouTube tatsächlich eine Qualitätsoffensive gestartet hat oder ob damit ein unliebsamer Konkurrent aufgekauft wurde, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall findet ihr auf der Videoplattform YouTube unzählige kostenlose Fototutorials – allein mit diesem Suchbegriff über 22.000. Tatsächlich lässt sich manchmal über ihre Qualität streiten.

Podcasts sind eine weitere Möglichkeit, sich über Fotografie weiter zu bilden. Der Vorteil eines Podcasts, ist in der Regel, dass man sie konsumieren kann, solange man etwas anders tut, so höre ich sie zum Beispiel bei der Gartenarbeit oder beim Autofahren. Da die meisten Fotopodcasts sehr techniklastig sind, werden diese als Erklärvideos produziert und fallen deshalb unter die Kategorie Lernvideos.

 

Einfach machen

Viele lesen und schauen, setzen aber nicht um. Sie kommen nicht ins machen. Wichtig ist es die gelernten Grundlagen auch praktisch anzuwenden. Fotos machen und diese dann kritisch zu betrachten.

Nur so kann man Fehler entdecken und sich selber korrigieren.

 

Wann ist die Teilnahme an einem Workshop dann für mich sinnvoll?

Eines muss Euch klar sein, der Content den Blogger und YouTuber bereit stellen,, ist zwar kostenlos aber nicht umsonst. Das heißt, sie nutzen ihren Onlineauftritt, um ihren Expertenstatus zu demonstrieren. Workshops, Bücher, Aufträge, Vorträge, Videos, Onlinekurse – natürlich geht es den meisten Bloggern, wie anderen Menschen auch, ums Geldverdienen.

Grundsätzlich muss jeder selber wissen, ab wann sich ein Workshop für ihn lohnt. Ihr könnt davon ausgehen, dass das Thema, das Euch interessiert, schon irgendwo im Internet einmal behandelt worden ist.

Aber wieviel Zeit wollt und könnt ihr investieren, um Euch selbst in das Thema einzuarbeiten?  Es kann gut sein, dass die Informationen in Teilbereichen über das ganze World Wide Web verteilt sind und es Stunden dauert, alle zusammenzutragen.

In Büchern, Onlinetrainings und Videos fehlt immer die persönliche Anleitung. Fehler können erst im Nachhinein korrigiert werden. Nicht während des Fotografierens. Vor allem bei komplexen Sachverhalten kann das sehr frustrierend sein. Oft steckt die Lösung naämlich im Detail. Die Anwesenheit eines qualifizierten Trainers begünstigt ein schnelles Lernergebnis.

Zum Spass und Lernerfolg trägt auch die Persönlichkeit und der Lehrstil des Referenten bei.

Tatsächlich kommt es manchmal wirklich vor, dass ihr trotz stundenlanger Recherche keine Informationen zu einem  bestimmten Thema gibt. Ausser vielleicht im Erfahrungsschatz eines bestimmten Trainers.

Die zwei Hauptgründe, wieso ich Workshops besuche, sind der persönliche Austausch mit anderen, das Knüpfen von Kontakten und die Beteiligung an Shootings, die für mich allein zu Aufwändig oder zu teuer wären.

Ohne teure Workshops fotografieren

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